Holzheimer Schützenbruderschaft der „Allerseligsten Jungfrau Maria"

 

Von Karl Emsbach: "Die Marianische Bruderschaft“ in „1.200 Jahre Holzheim“, 2000

„Dit synt dye broeder inde susteren der Eyrwerdiger lofflygher ind lyfflicher broederschaff der glorioser hemelscher keyserinnen, der gebenedeyder Jonffrowen Marien, wylche dae ys eyn heylige uysercoern moder ons hern inde verloesers Jhesum Christi, inde wyrt eyrlich gehalden in dem kyrspel Holtzem ".   "Das sind die Brüder und Schwestern der ehrwürdigen löblichen und lieblichen Bruderschaft der gloriosen himmlischen Kaiserin, der gebenedeiten Jungfrau Maria, welche da ist auserkorene Mutter unseres Herrn und Erlösers Jesu Christi, und wird ehrlich gehalten in dem Kirchspiel Holzheim."


Diese sorgfältig mit roter Tinte geschriebenen Zeilen stehen am Beginn einer der ältesten Handschriften des Kreisarchivs Neuss. Es handelt sich um ein Schmalfoliobändchen mit 41 beidseitig beschriebenen Blättern. Einen Titel führt das Werk nicht, doch wird die Zweckbestimmung der Aufzeichnung bei der Durchsicht unschwer deutlich. In dem Buch sind festgehalten die Namen der Mitglieder sowie die Ein‑ und Ausgaben der Marienbruderschaft zu Holzheim.
Trotz dieser eher spröden Materie enthält das Werk eine Fülle äußerst schätzenswerter Informationen zur Topographie, zur Sozialgeschichte und zur Genealogie von Holzheim am Beginn der frühen Neuzeit. Der Wert der Aufzeichnungen resultiert schon allein aus der Tatsache, dass die Quellen zur Holzheimer Geschichte in dieser Epoche nicht eben übermäßig sprudeln.

Die Zeitspanne der Einträge reicht, so weit sie datiert sind, von 1516 bis 1640. Es versteht sich von selbst, dass sich bei einer Benutzungsdauer von rund 125 Jahren die Hände vieler Schreiber in dem Buch verewigt haben. Für die Holzheimen Geschichte ist zunächst festzuhalten, dass die Marienbruderschaft also schon 1516 bestanden hat. Bisher datierte der älteste bekannte Nachweis erst aus dem Jahre 1575 (1). Ob das Jahr 1516 mit dem Gründungsjahr identisch ist, lässt sich nicht belegen, ist aber eher unwahrscheinlich. Es fehlt dazu jeglicher Hinweis, insbesondere ein Gründungsstatut. Dagegen spricht auch die Tatsache, dass bereits 1516 zahlreiche Einkünfte und Erbrenten belegt sind. Da nach der einleitenden Widmung allerdings ein sehr akkurates und sorgsam geschriebenes Verzeichnis der Mitglieder folgt, scheint die Vermutung nicht abwegig zu sein, dass sich die Bruderschaft 1516 wieder begründet oder neu organisiert hat.
Obwohl aus dem 16. Jahrhundert keine Statuten überliefert sind, lassen sich aus dem Bruderschaftsbuch einige Angaben zur Struktur der Gesellschaft ableiten. An der Spitze stand als geistlicher Präses der Ewigvikar (vicarius perpetuus). Dies war im Jahre 1516 Bernhard van Summeren, der unter der Schreibweise Zomeren bereits 1487 in Holzheim nachweisbar ist (2). Die faktische Leitung lag von Anfang an in Händen von zwei Brudermeistern, als deren erste genannt sind Koen van Heyden und Gotschalck Stoypps. Weitere Vorsteher aus späterer Zeit waren u.a.:

Steven der Boede und Conraidt zu Lovenich (1520),
der roide Koyn und Driess Nelgeß (1534),
Steffen Bode und Jacob zu kleynen Voickerade (1535),
Scheffe (3) Bayde und Jacob Kluten zu Voikerade (1536),
Tylman zu Rueckerade und Jan Breßler (1538)
Jacob zu Roßtorp (Roisdorf) und Geryts Smytz (1556),
Jacob zu Wockeraedt (Vockrath) und Lodewych Bosterps (1560),
Geret Smit und Philipp zu Loevenich (1567),
Heinrich, Halfe zu Loevelinck und Steven Moeller (1576),
Steven Moeller und Gerich zu Loevenich (1577),
Paulus van Wyntsberch und Pitter Bresser (1578),
Koin Patz und Kencken Philipps (1580),
Philipp Berchs und Koin Patz (1581).

In den meisten Fällen sind die Brudermeister nicht namentlich festgehalten. Die überlieferten Namen zeigen typische Erscheinungen einer Übergangszeit. Die Namensformen variieren in der Schriftform noch sehr stark und sind häufig mundartlich geprägt. Außerdem sind die Nachnamen bisweilen keine Familiennamen im heutigen Sinne, sondern noch die traditionellen Zusätze, die auf die Herkunft oder den Beruf der betreffenden Person verweisen.
Die Brudermeister standen der Bruderschaft für eine einjährige Amtszeit vor, doch war Wiederwahl möglich. Ihre wichtigste Aufgabe war die Kontrolle der Ein‑ und Ausgaben, die Abrechnung mit dem Wirt am Sakramentstag (Fronleichnam) sowie die Sorge für Vollständige und würdige Teilnahme an den Gottesdiensten. Neben den allgemeinen hohen Festtagen beging die Bruderschaft besonders feierlich die 4 Quatembermessen, deren Kosten sie aus eigenen Mitteln bestritt. Dazu zählten beispielsweise das Entgelt für den Priester und den Offermann (Küster), die Beschaffung von Kerzen, Öl, u. a. sowie schließlich auch Kosten für die anschließende Bewirtung von Klerus und Bruderschaft. Auch die „flesch wyns" für die Spielleute zählt zu dieser Art von Ausgaben.
 

Bemerkenswert, wenn auch nicht einzigartig, ist die Tatsache, dass sich die Holzheimen Marienbruderschaft fast zur Hälfte aus weiblichen Mitgliedern zusammensetzte. Dies waren in erster Linie Ehefrauen, doch sind auch einzelne Frauen in den Aufnahmelisten belegt, darunter im Jahre 1577 „Catharina Geirt, des Pastoirs doechter". Zu jener Zeit wurde das klerikale Zölibat noch nicht als zwingend erforderlich erachtet; jedenfalls galten Verstöße dagegen nicht als ehrenrührig. Deshalb trug der Brudermeister 1561 auch keine Bedenken, als neue Mitglieder einzuschreiben: „Jan Haen van Cleynenbroich, der tzyt Pastor zu Holtem, et familia".
Unter den weiblichen Mitgliedern der Bruderschaft finden sich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts auch regelmäßig Insassen der kleinen Klause neben der Holzheimer Pfarrkirche. 1578 beispielsweise verzeichnet das Brüderschaftsbuch die „Matersche" - also Vorsteherin - Barber (Barbara) von Vanikum sowie die „Susteren" (Schwestern) Jenne und Fie Pessers sowie Mettelgen von Paffendorf.
 

Die Marienbruderschaft verfolgte ausschließlich kirchlich‑soziale Ziele. Eine Schützenbruderschaft ‑ wie ihre spätere Nachfolgeorganisation ‑ war sie nicht.
 

Angaben über die absolute Stärke der Bruderschaft und ihr Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl von Holzheim lassen sich nur mit gewissen Einschränkungen machen, da die Mitgliederliste permanent fortgeschrieben wurde. Einigermaßen zuverlässig ist nur die anfängliche Mitgliederzahl des Jahres 1517 zu ermitteln. Einheitlich nach Art der Schrift und der Tinte sind die ersten 49 Eintragungen, in den allermeisten Fällen betreffen sie Ehepaare. Wir werden davon ausgehen können, dass es sich um die Haushaltungsvorstände handelte. Wenn wir eine Familienstärke von 5‑6 Personen unterstellen, ergäbe sich daraus eine Gesamtzahl von rund 250‑300 Menschen. Einigermaßen gesicherte Daten zur Größe von Holzheim liegen erst für 1670 vor. Damals wurden im Kirchspiel Holzheim 57 Häuser gezählt (4), die in damaliger Zeit in etwa mit den Haushaltungen gleichzusetzen sind. Wenn wir nun für Holzheim eine für das 16./17. Jahrundert typische sehr langsame Bevölkerungsentwicklung unterstellen, so kommen wir bei aller Vorsicht zu dem Schluss, dass nur sehr wenige Holzheimer Familien außerhalb der Bruderschaft gestanden haben. Damit aber gewinnen die Mitgliederlisten verstärkte Aussagekraft, da sie sich in etwa auf Holzheim insgesamt übertragen lassen. Von Interesse dürften hier namentlich die Rückschlüsse auf die Sozialstruktur und die Topographie von Holzheim zu Beginn der frühen Neuzeit sein.
Es kann nicht überraschen, dass sich die weit überwiegende Mehrheit der Holzheimer Einwohner von der Landwirtschaft ernährte. Gleichwohl begegnen uns in durchaus respektabler Zahl auch Vertreter anderer Berufe, bisweilen sicher noch in enger Beziehung zu einem bäuerlichen Zuerwerb.
Als sozial hochstehend, da zu Beginn der Einschreibeliste aufgeführt, sind die ansässigen Müller zu betrachten. Dies waren im frühen 16. Jahrhundert Abel, Müller zu Erprath, und sein Kollege Eevert auf der Eppinghoverner Klostermühle. Beide waren nicht Besitzer, sondern Pächter der Wassermühlen. 1573 ließ sich Conrait von Gatzwiler mit seiner Frau Catharina als damaliger Müller von Erprath aufnehmen. Auch eine Schmiede besaß Holzheim in dieser Zeit schon, betrieben von Meister Gerit. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts begegnet dann Meister Kaspar Burbach als Schmied. Den Titel „Meister" führt auch Hermann Wesselink, ohne dass sich aber Hinweise auf seine Profession finden.
Eine herausgehoben Stellung innerhalb der Einwohner wird man auch dem Wirt zusprechen können. Da das Bruderschaftsbuch gewöhnlich ohne Namenszusatz nur von „dem" Wirt zu Holzheim spricht, dürfte es auch nur eine Wirtschaft im Ort gegeben haben. Lediglich Koin Patz wird uns mit seinem Namen erwähnt, da er nach 1550 mehrfach zugleich als Brudermeister fungiert hat. Wahrscheinlich hat der Wirt nicht nur den Ausschank betrieben, sondern sich zugleich auch als Brauer betätigt. Darauf deutet zumindest die Erwähnung von Hermann Gudt, dem „Krutmecher". Das Bier des Mittelalters und der frühen Neuzeit hatte noch wenig mit unserem auf dem bayrischen Reinheitsgebot basierenden Gerstensaft gemein. Vor der Einführung des Hopfens bildete die „Grut" die Grundlage des Bieres, ein Elixier aus verschiedenen Kräutern und Getreiden.
Vertreter eines heute ausgestorbenen Gewerbes war auch „Peter der Tegeler", also der „Ziegler". Die Bezeichnung macht im übrigen deutlich, dass damals eine sprachlich viel engere Beziehung zum Niederländischen bestand, denn später verwendete man üblicherweise dafür die Wendung „Pannebäcker".
Auffällig ist die Ausgabe von 1 Albus (Weißpfennig) an den „Schloßmecher" für die Herstellung eines Schlüssels; allerdings bleibt hier unklar, ob der namentlich nicht genannte Handwerker in Holzheim selbst wohnhaft war. Nicht überraschen kann dagegen die Erwähnung mehrerer Schäfer, da in unserer Gegend früher Schafe oft in größerer Zahl als Schweine gehalten wurden. Aus der Quelle nicht ersichtlich ist, ob Jaköb, der „Wever zu Eppinghoven" Schafswolle oder doch eher Leinengarn verarbeitet hat.
 

Das Bruderschaftsbuch bietet neben den Berufsangaben auch eine Reihe von topographischen Angaben. Selbstverständlich existierten auch vor rund 500 Jahren bereits die großen Höfe zu „Rockerayd" (Röckrath), „Voyckraed" (Vockrath) oder „Huymbroich" (Hombroich). Auch die Nennung mehrerer Bewohner von „Loevelken" (Loeveling) kann nicht überraschen. Dass Alf Andernach „in dem Inckel" wohnte, klingt zunächst befremdlich; heutigen Zeitgenossen ist die Schreibweise Minkel geläufig, entstanden durch die Verschmelzung des Hauptwortes mit dem vorangehenden „m". Darin verbirgt sich das mundartliche Wort„ Inke(1)", das soviel wie Ecke, Winkel bedeutet. Andere Hofbezeichnungen sind kaum oder gar nicht verifizierbar, z.B.:
 

• Hermann up der Baldweye
• Tilman op Koyrgeshoeve
• Hennes zo Hemmychove
• Jacob van der Kalverweyde (auch: Kalderweyde)
• Jan zo der Klokken (vom heute noch bestehenden Hof an der Hauptstraße)
• Wylem im Hemptzfort (auch: Hemsvorde)
• Derich van der Sandtkullen
• Paulus am Wyngartsbach
 

Die letztgenannte Flurbezeichnung belegt auch in Holzheim einen Wingert, also Weinberg. Bis zur Klimaverschlechterung im Spätmittelalter lag die Grenze des deutschen Weinanbaues weit mehr im Norden als heute. Die genaue Lage des „Wyngarts" ist unbekannt, Hinweise deuten auf die Nähe des Klosters Eppinghoven.
Leider nur sehr vage mitgeteilt wird uns die Position des für 1516 bezeugten Hagelkreuzes, gelegen an der gemeinen Landstraße außerhalb des Ortes. Möglicherweise ist sein Standort beim Roisdorfer Hof zu suchen, an der Einmündung des späteren „Heiligenhäuschen Weg" in die alte Landstraße.
 

Die Einnahmen der Bruderschaft setzten sich aus einer für die Zeit typischen Mischung von Geld‑ und Naturalleistungen zusammen. Summarisch lassen sich folgende Einnahmequellen ausmachen:
-Mitgliedsbeiträge: im wesentlichen die einmalige Aufnahmegebühr in Höhe von 3 Albus sowie das jährliche „Brudergeld" von 1/2Albus Pachtgeld: diese Einnahmen resultierten aus dem Ackerland der Bruderschaft
-Stiftungen: hierunter fallen vor allem Erbrenten zugunsten der Bruderschaft
-Spenden und besondere Umlagen
 

Für 1520 beispielsweise legten die beiden Brudermeister folgende Einnahmen offen (6):

- 2 Gulden, 101 Albus an Bareinnahme
- 2 1/3Malter (7) Roggen (der 11/2 Malter zu 11 Albus gerechnet)
- 1/2 Malter Hafer (im Gegenwert von. 5 Albus)
- 2 Lämmer (im Wert von 20 Albus)
- 27 Heller (für das Fell des Hammels) (8)
 

Die Ausgaben desselben Jahres wiesen folgende Positionen aus:
- 18 Albus (15 für den Priester, 3 für den Offermann) für drei Begräbnisse verstorbener Mitglieder
- 4 Gulden, 12 Albus dem Priester für die 4 Quatembermessen (an St. Michael, Weihnachten, Ostern und Pfingsten)
- 4 Albus zum selben Anlass dem Offermann
- 6 Albus dem Offermann für Brot und Wein
- 2 Gulden, 6 Albus für Wachs („betzalt zu Nusse")
- 27 Heller dem Priester für Wein an Fronleichnam
- 16 Albus für einen Hammel
 

Während das Bruderschaftsbuch im 16. Jahrhundert im allgemeinen akkurat geführt wurde, weist es seit der Wende zum 17. Jahrhundert zunehmende Lücken auf, was auf eine nachlassende Disziplin und zunehmende Führungsschwäche deuten dürfte. In dieses Bild passt eine Forderung aus dem Jahre 1628, energisch auf die Einziehung der hergebrachten Einnahmen und der aufgelaufenen Schulden zu bestehen. Offensichtlich waren einschlägige Missstände eingerissen. Parallel dazu ist ein sittlicher Niedergang unverkennbar. Dies beweist mehr als viele Worte ein Blick auf die Bilanz des Jahres 1638, die Einnahmen in Höhe von 64 1/2 Gulden, 7 Albus und 3 Heller aufwies. Dem stand auf der Ausgabenseite u.a. eine Position von 40 1/2 Gulden für 3 Ohm Bier gegenüber. Die Bruderschaft hat also etwa 2/3 ihrer Einnahme in das respektable Quantum von umgerechnet ca. 450 Liter Bier umgesetzt.
 

Offensichtlich hat die allgemeine Verwilderung der Sitten im Dreißigjährigen Krieg auch vor der Bruderschaft nicht Halt gemacht. 1642 sind die Bewohner Holzheims im sog. Hessenkrieg direkt in Mitleidenschaft gezogen worden. In diesem Jahr ist die Klause neben der Kirche verwüstet worden und augenscheinlich ist in den Wirren dieser Zeit auch die Marienbruderschaft in eine langanhaltende Agonie entschlafen.
 

Die weitere Geschichte der Marienbruderschaft ist in groben Zügen bekannt (9). Nach längerer Erholungsphase im Anschluss an das Ende des 30-jährigen Krieges ist die Bruderschaft 1678 mit der Verabschiedung neuer Statuten wieder ins Leben getreten. Die innere Organisation blieb wenig verändert, doch präsentierte sich die Bruderschaft seitdem als Schützenbruderschaft mit Vogelschuss an Fronleichnam, später Pfingsten. Neben dem Brudermeister treten deshalb fortan auch Hauptmann, Leutnant und Fähnrich als wichtige Funktionsträger in Erscheinung. Der starke soziale Charakter wie auch die Mitgliedschaft von „Schwestern" wären ein offensichtliches Erbe der alten Bruderschaft. Auch der Landbesitz sowie die verschiedenen Stiftungen dürften zumindest teilweise aus Altbesitz stammen. 1759 veranlasste Pastor Wolff eine „Renovatio redituum et debitorum", also eine Aufzeichnung von Soll und Haben. Sie belegt eine respektable und gesunde finanzielle Basis, die wiederum auf einer großen Akzeptanz in der Bevölkerung gründete.
 

Das Ende der Bruderschaft kündigte sich in der Franzosenzeit mit der damals herrschenden kirchenfeindlichen Politik an. Nach Abzug der Franzosen ist die Bruderschaft zwar formal wieder aufgelebt, hat aber ihre alte Vitalität nicht mehr entfalten können. Augenscheinlich hat der 1836 gegründete Holzheimer Schützenverein sich als so übermächtige Konkurrenz erwiesen, dass sich die letzten Spuren der Marienbruderschaft schon wenig später verlieren.

(1) Bremer, Jakob: Das kurkölnische Amt Liedberg, Mönchengladbach 1930, S. 779

(2) Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Kurköln Nr. 2254

(3) Mitglieder des siebenköpfigen Holzheimer Schöffenkollegiums sind mehrfach erwähnt; teilweise in der verballhornten Wiedergabe Steffen .

(4) Fabricius, Wilhelm (Hg.): Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, Bd. 2, Bonn 1898, S. 73 und 81 .

(5) Dittmaier, Heinrich: Rheinische Flurnamen, Bonn 1963, S. 121

(6) Der Wert der im folgenden genannten Münzen war im Laufe der Zeiten recht verschieden. Der „Kölnische Gulden" als gebräuchlichste Goldmünze hatte lange den Gegenwert von 24 Albus. DerAlbus, wegen seiner hellen Silberfarbe auch Weißpfennig genannt, machte wiederum 12 Heller aus. Der Heller war die älteste Kupfermünze und lange die geringste Scheidemünze.

(7) Der Malter ist ein altes, weit verbreitetes Hohlmaß. Als sog. Hülchrather Malter fasste er 172 . Liter. Wegen des unterschiedlichen spezifischen Gewichtes rechnet man 1 Malter Roggen mit ca. 123 kg, 1 Malter Hafer mit71 kg.

(8) Die Einnahmen für Fleisch, Felle und Wolle von Schafen nehmen mit zunehmenden Jahren größere Beträge an.

(9) vgl. dazu J. H. Dorsemagen: Die Holzheimer Schützenbruderschaft, in : 150 Jahre Bürgerschützen-Verein Holzheim, 1986, S. 3ff.; Die wichtigsten Quellen dazu hat derselbe Autor erschlossen im Findbuch für das Archiv der Pfarrgemeinde St. Martin in Neuss-Holzheim (1982), S. 28‑30 und 45.

 

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